Medikamente bei Akne – Systemische Therapie

von | 27.03.2016

Während sich leichte und mittlere Akne gut mit äußeren (topischen) Therapien behandeln lässt, kommt bei mittelschwerem und schwerem Verlauf zusätzlich eine systemische Therapie zum Einsatz, also die Einnahme von Medikamenten. Auch hier sind Antibiotika ein möglicher Wirkstoff, doch es gibt noch weitere.

Während sich leichte und mittlere Akne gut mit äußeren (topischen) Therapien behandeln lässt, kann bei mittelschwerem und schwerem Verlauf zusätzlich eine systemische Therapie zum Einsatz kommen, also die Einnahme von Medikamenten. Auch hier sind Antibiotika ein möglicher Wirkstoff, doch es gibt noch weitere. Im Folgenden werden die wichtigsten Medikamente für eine systemische Aknetherapie vorgestellt und wichtige Fragen dazu beantwortet.

Hilft die Pille bei Akne?

Die Behandlung von Akne mit Hormonpräparaten wird nur bei Frauen eingesetzt. Sie sollte stets in Absprache mit einem Gynäkologen durchgeführt werden. Ziel ist eine Reduzierung der Talgproduktion und der Bildung von Pickeln und Mitessern (Komedonenbildung). Die Antibiotika-Therapie sollte immer in Kombination mit topischen Behandlungsmaßnahmen und einer systematischen und konsequenten Hautpflege mit geeigneten Akne-Kosmetika erfolgen.
Nebenwirkungen: Bei Hormontherapien gibt es eine Reihe von Nebenwirkungen, u.a. ein erhöhtes Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen, eine verstärkte Neigung zu Blutgerinnseln (Thrombosen) und Stoffwechselstörungen.

 

Systemische Antibiotika

Sie mindern den Befall der Talgdrüsenfollikel mit Akne-Bakterien (Propionibacterium acnes). Außerdem bekämpfen systemische Antibiotika verschiedene entzündungsfördernde Mechanismen. Sie werden bei stärkeren Akne-Erkrankungen mit Entzündungen und größerer Ausbreitung verwendet. Systemische Antibiotika sollten auch immer mit äußeren Behandlungsmaßnahmen (z.B. Benzoylperoxid, Azelainsäure oder auch Retinoiden) kombiniert werden, um Resistenzbildungen vorzubeugen. Eine Reihe von Antibiotika können zur Behandlung von Akne eingesetzt werden. Welches für die Therapie genutzt wird, ist von der Verträglichkeit abhängig.
Nebenwirkungen: Es können u.a. Magen-Darm-Störungen oder Pilzinfektionen entstehen, bei eine Tetracyclin-Therapie besteht außerdem eine erhöhte Lichtempfindlichkeit. Die Therapie mit systemischen Antibiotika gegen Akne sollte zeitlich befristet durchgeführt werden, sie liegt allgemein zwischen 1 und 3 Monaten.

Isotretinoin

Isotretinoin ist ein Retinoid, also eine chemische Substanz, die mit Vitamin A verwandt ist. Es wird bei schwerer Akne angewendet, oft nach erfolgloser Therapie mit anderen Wirkstoffen.
Systemisch angewendet, beeinflusst Isotretinoin alle Symptome der Akne-Erkrankung:

  • Es vermindert die Bildung von Pickeln und Mitessern (Komedonen) durch eine Normalisierung der übermäßigen Verhornung (Hyperkeratose).
  • Es reduziert die Größe der Talgdrüsen und verringert dadurch die Talgproduktion.
  • Es mildert die Entzündung.
  • Es verringert indirekt die Bakterienzahl durch eine Veränderung der Follikelbeschaffenheit.

Nebenwirkungen: Allerdings kann es bei der Einnahme von Isotretinoin zu einer Reihe von Nebenwirkungen kommen wie zum Beispiel Funktionsstörungen der Leber, Veränderungen der Blutfettwerte, Knochenveränderungen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie psychische Veränderungen, deswegen ist die Behandlung nur unter strenger ärztlicher Aufsicht und mit regelmäßigen Laborkontrollen durchzuführen.
Eine weitere wichtige Nebenwirkung der über den Mund aufgenommenen Retinoide ist eine unter Umständen extreme Trockenheit der Haut und Schleimhäute. Bei manchen Patienten kann es wegen der starken Trockenheit der Schleimhäute auch zu Nasenbluten kommen, andere vertragen möglicherweise ihre Kontaktlinsen nicht mehr.

Wichtig: Da Retinoide außerdem eine schädigende (teratogene) Wirkung auf das ungeborene Kind haben, darf die Behandlung erst nach zwei negativen Schwangerschaftstests, die im Abstand von vier Wochen durchgeführt werden müssen, begonnen werden und nur unter konsequenter oraler Verhütung (Kontrazeption) mit der Anti-Babypille durchgeführt werden.

Mehr über Aknetherapie während der Schwangerschaft erfahren Sie hier.

Empfehlung: Eine therapiebegleitende Hautpflege mit einem geeigneten feuchtig-
keitsspendenden Pflegepräparat ist daher von großer Bedeutung.

Hier gelangen Sie zum Produkt therapiebegleitende Feuchtigkeitspflege bei Akne und unreiner Haut.

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