Akne bei Frauen und Männern

von | 29.09.2016

Unter Akne leiden beide Geschlechter – gerade Jungen und Mädchen während der Pubertät. Zwischen 70 und 95 Prozent aller Jugendlichen erkranken unterschiedlich stark an der gewöhnlichen Akne (Acne vulgaris). Unterschiede bei Frauen und Männern zeigen sich vor allem bei Akne im Erwachsenenalter. Auch die Behandlung ist im Erwachsenenalter bei den Geschlechtern teilweise verschieden.

Vermehrte Produktion von männlichen Hormonen fördert Akne

Ein wichtiger Grund von Akne vulgaris bei Jugendlichen ist die erhöhte Produktion der männlichen Hormone, den Androgenen. Diese werden sowohl bei Jungen als auch Mädchen gebildet. Dadurch erhöht sich die Talgproduktion in den Haarfollikeln – dem Hauptgrund für die Bildung von Pickeln. Beide Geschlechter sind ungefähr gleich häufig von Akne-Erkrankungen betroffen. Da Androgene bei Jungen aber in größeren Mengen produziert werden, werden bei ihnen häufiger schwerere Verlaufsformen beobachtet.

Bei Jungen und Männern: Auslöser anabol-androgene Steroide (AAS), Proteinshakes

Akne ist häufig ein Hinweis auf Abusus von Dopingmitteln, so beginnt ein Artikel im Ärzteblatt. Laut einer Studie der Universität Tübingen haben 13,5 Prozent der Besucher von Fitnessstudios mindestens einmal Steroide (anabol-androgene Steroide (AAS) zur Leistungssteigerung genommen. Da sie die Medikamente von Apothekern oder Ärzten, Bekannten, Trainern etc. beziehen, gehen sie von einem legalen Zugang zu den Steroiden aus. Sie nehmen die Nebenwirkungen auf den Gesamtorganismus in Kauf. Eine der Nebenwirkungen in diesem Zusammenhang sei die Akne, die sich bei 50 Prozent der Medikamenten-Mißbrauch treibenden Männer entwickelt. Auslöser: Protein-Shakes, Fitnessdrinks, Eiweisspräparate.

 

Zusammenhang von westlichem Ernährungsverhalten und Akne

Es ist beschrieben, dass ein „westliches“ Ernährungsverhalten das Akne-Risiko erhöht und auch den Schweregrad der Akne beeinflusst. Neben Lebensmitteln mit einem einem hohen Zucker bzw. Kohlenhydratanteil („glykämischer Index“) gehört dazu auch der vermehrte Konsum von Kuhmilch bzw. Kuhmilchprodukten, da diese Eiweiße enthalten, die über bestimmte Wachstumsfaktoren (z.B. IGF-1) die Akne-Entstehung fördern. Das ist auch der Grund, warum Proteinshakes und Eiweißpräparate auch Akne-fördernde Effekte haben können, da diese i.d.R. auch auf  Kuhmilchbasis hergestellt sind (Als Quelle : J Dtsch Dermatol Ges. 2009 Apr;7(4):364-70. „Milk consumption: aggravating factor of acne and promoter of chronic diseases of Western societies“,Melnik B.)

Spätakne häufiger bei Frauen

Akne, die nach dem 25. Lebensjahr auftritt, wird als Spätakne oder Acne tarda bezeichnet. Im Gegensatz zur gewöhnlichen Akne sind von ihr mehr Frauen als Männer betroffen (Verhältnis ca. 4:1). Die genauen Ursachen der Acne tarda sind noch nicht geklärt. Ein möglicher Grund sind die bei Frauen häufiger auftretenden hormonellen Schwankungen. Ein Indiz: Spätakne wird häufig im Zusammenhang mit der Menstruation festgestellt – die Pickel bilden sich im monatlichen Zyklus. Als weitere Gründe werden eine kosmetische „Überpflege“ oder auch Stress vermutet. Gerade bei berufstätigen Frauen mit chronischer Belastung wurde vermehrt Akne beobachtet. Die Expertenmeinungen gehen hier allerdings weit auseinander.

Unterschiedliche Therapien bei Männern und Frauen

Bei Frauen kann –  anders als bei Männern – Akne auch mit einer Hormontherapie behandelt werden. Diese wird der Hautarzt aber mit einem Gynäkologen entsprechend abstimmen. Wie bei allen Therapieformen sollte auch hier das Nebenwirkungsprofil, z.B. ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln (Thromboembolien) bei der Verordnung berücksichtigt werden. Lesen Sie dazu mehr auf der Seite Medikamente bei Akne.

Welche Therapie gegen Akne bei einer Schwangerschaftund während der Stillzeit angewandt werden kann, hängt von den verwendeten Wirkstoffen ab. Manche sind dafür nicht geeignet. Wird während einer Akne-Behandlung eine Schwangerschaft festgestellt, sollte unbedingt sofort der Hautarzt informiert werden. Bei einer Therapie mit Retinoiden, die starke fruchtschädigende Wirkung haben , müssen vor Beginn der Therapie Schwangerschaftstests durchgeführt und diese auch in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Mehr über Akne während der Schwangerschaft…

Bei Männern werden alle Therapieformen angewandt, außer der hormonellen Behandlung. Dazu gehören systematische, konsequente Hautpflege gegen Akne und unreine Haut als Basispflege und als therapiebegleitende Hautpflege, lokale (topische) und medikamentöse, systemische Therapie mit Antibiotika und Retinoiden, Licht-Therapien, chemische Peelings und manuelle Aknebehandlung bei der Kosmetikerin. 

Behandlungsmöglichkeiten

Medikamente bei Akne – Systemische Therapie

Während sich leichte und mittlere Akne gut mit äußeren (topischen) Therapien behandeln lässt, kommt bei mittelschwerem und schwerem Verlauf zusätzlich eine systemische Therapie zum Einsatz, also die Einnahme von Medikamenten. Auch hier sind Antibiotika ein möglicher...

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Die Haut

Die Haut ist das größte und schwerste menschliche Organ. In Abhängigkeit von der individuellen Körpergröße und dem Körpergewicht kann sie eine Gesamtgröße von bis zu zwei Quadratmetern haben.Die Haut ist auch ein Repräsentationsorgan: Sie ist das Organ, das wir nach...

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Besonderheiten

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Wird Akne vererbt? Nach dem aktuellen Forschungsstand ist die genetische Veranlagung nicht der entscheidende Grund für Akne. Doch sie kann die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung durchaus erhöhen. Vererbte Veranlagungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Akne Laut...

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Ein direkter Zusammenhang zwischen Ernährung und Akne wird von Wissenschaftlern kontrovers diskutiert. Weniger Zucker und Milch, aber viel Fisch wird empfohlen. Weniger Fleisch, mehr Fisch? Eine fleischreiche Ernährung soll sich eher ungünstig auf die Akne-Symptomatik...

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