Die Rolle von Rauchen und Ernährung bei Akne

von | 26.03.2016

Ein direkter Zusammenhang zwischen Ernährung und Akne wird von Wissenschaftlern kontrovers diskutiert. Weniger Zucker und Milch, aber viel Fisch wird empfohlen.

Weniger Fleisch, mehr Fisch?

Eine fleischreiche Ernährung soll sich eher ungünstig auf die Akne-Symptomatik auswirken. Untersuchungen unter Inuit und asiatischen Küstenbewohnern haben gezeigt, dass nach einem Wechsel der Ernährungsgewohnheiten – mehr Fleisch, weniger Fisch – die Häufigkeit von Akne-Erkrankungen zugenommen hat. Besonders Fisch mit hohem Omega-3-Fettsäuren-Gehalt soll die Akne-Symptomatik günstig beeinflussen.
Fastfood gehört auch zu den bedenklichen Ernährungsformen, Omega-3-Fettsäuren, also wertvolle Fettsäuren sind in den Imbiss-Produkten generell wenig enthalten.
Unser Rat: Meiden Sie sehr fetthaltige Lebensmittel! Hier müssen Kartoffelchips  und Pommes-Frites erwähnt werden, denn sie sind frittiert und enthalten daher viel Fett.

(Quellen: Schaefer O. When the Eskimo comes to town. Nutr Today. 1971; 6: 8-16, Steiner PE. Necropsies on Okinawans: anatomic and pathologic observations. Arch Pathol. 1946; 42: 359-80, Chen W, Yang CC, Sheu HM, Seltmann H, Zouboulis CC. Expression of peroxisome proliferator-activated receptor and CCAAT/enhancer binding protein transcription factors in cultured human sebocytes. J Invest Dermatol. 2003; 121: 441-7

Einfluss von Zucker auf Akne

Zwischen dem Konsum von zuckerhaltige Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischen Index (Maß zur Bestimmung der Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel), dem Ausprägungsgrad und der Häufigkeit von Akne und unreiner Haut scheint ein direkter Zusammenhang zu bestehen.
Unser Rat: Akne-Patienten sollten solche Nahrungsmittel eher meiden, zum Beispiel gezuckerte Getränke, Süßigkeiten, Gebäck (Kuchen, Kekse) oder Kartoffelchips (ja, auch in Kartoffelchips ist Zucker enthalten.)

Milchprodukte und Akne

Auch Milchprodukte – egal, ob fett oder mager – sollen Akne auslösen oder zumindest fördern. Als Grund werden die in der Kuhmilch enthaltenen Eiweiße diskutiert, die über Wachstumsfaktoren die Entstehung von Akne und unreiner Haut begünstigen können. Da Milch aber auch viele ernährungsphysiologisch wertvolle Inhaltsstoffe wie Kalzium und Eiweiß aufweist, ist eine Reduzierung des Konsums ratsam, aber nicht der komplette Verzicht.

Akne und Rauchen

Rauchen gilt als Risikofaktor der Akne, da Zigaretten viele entzündungsfördernde Substanzen enthalten. Durch das Rauchen verengen sich außerdem die Blutgefäße und die Haut wird schlechter mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen versorgt. Diese Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Rauchen sowohl den Beginn als auch den Verlauf einer Akne-Erkrankung fördert.

Die Studie: Auch statistisch spricht einiges dafür, wie eine 2001 in Deutschland durchgeführte Untersuchung belegt.
Forscher in München, Hamburg und Borkum führten dermatologische Untersuchungen und Befragungen bei 896 Testpersonen durch.

Das Ergebnis: 40,8 Prozent der Raucher hatten Probleme mit Akne – zum Zeitpunkt der Befragung oder in der Vergangenheit. Bei den Nichtrauchern waren es nur 25,2 Prozent.
Unser Rat: Mit dem Rauchen aufhören!

(Quelle: Br J Dermatol. 2001 Jul;145(1):100-4. Epidemiology of acne in the general population: the risk of smoking. Schäfer T, Nienhaus A, Vieluf D, Berger J, Ring J.; Department of Dermatology and Allergy, Technical University of Munich).

Die Ernährung ist wichtig und dennoch…

sind sich die Wissenschaftlich nicht darüber einig. Statistisch gesehen, scheint ein Zusammenhang zwischen der Ernährung und Akne zu bestehen. Doch viele der vorgeschlagenen Änderungen – mehr Fisch, weniger Fleisch, Reduzierung von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln – sind aber grundsätzlich gesundheitsfördernd und können daher durchaus empfohlen werden. Nur sollte man keine Wunderheilungen erwarten. Denn auch die Ernährung ist nur ein Punkt von vielen, die Akne und  unreine Haut beeinflussen können.

Behandlungsmöglichkeiten

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