Akneformen und Schweregrade

von | 27.03.2016

Akne-Erkrankungen verlaufen meistens in ähnlicher Form, Unterschiede gibt es vor allem bei der Dauer und Schwere der Erkrankung.

Verstärkte Talgproduktion

Die Auslöser von Akne sind in erster Linie eine verstärkte Talgproduktion und eine übermäßige Verhornung im Ausführungsgang der Talgdrüsen (Hyperkeratose). Dadurch entsteht eine Störung des Talgabflusses und es bilden sich „Mitesser“, Komedonen. Man unterscheidet geschlossene Komedonen, in der Mitte hell verfärbte, sogenannte „white heads“ von offenen Komedonen, bei denen ein dunkler Punkt, ein  sogenannter „black-head“, in der Mitte zu sehen ist. Bei der dunklen Farbe handelt es sich nicht um „Schmutz“ sondern um den durch Hautpigment oder oxidierte Hautfette (Lipide)  dunkel verfärbten Hornpfropf.
Achtung: Weder offene noch geschlossene Komedone (Mitesser) sollten ausgedrückt werden. Denn dadurch können Talg und Bakterien in die umgebenden Hautschichten gelangen und zu stärkeren Entzündungen führen.

Wie kommt es zu dieser Entwicklung?

Auslöser der verstärkten Talgbildung sind meistens Androgene, die männlichen Sexualhormone. Da sie in der Pubertät bei Jungen und Mädchen in stärkerem Maß produziert werden, ist eine Akne-Erkrankung bei Jugendlichen besonders häufig. Hormonstörungen sind aber auch bei Kindern und Erwachsenen der Hauptgrund für Akne.

Verschiedene Schweregrade und Akne-Formen

Acne vulgaris

Am weitesten verbreitet ist die Acne vulgaris oder Acne simplex, die im alltäglichen Sprachgebrauch gewöhnliche Akne genannt wird, und vor allem Jugendliche in der Pubertät betrifft. Bei schwerem Krankheitsverlauf handelt es sich um Acne papulopustulosa. Die leichte Form heißt Acne comedonica.

Acne comedonica
Wenn die Komedonen (Mitesser) sich ohne Entzündung nach einigen Monaten von selbst zurückbilden, handelt es sich um einen leichten Verlauf der gewöhnlichen Akne (Acne vulgaris). Diese Unterform heißt Acne comedonica.

Acne papulo-pustulosa
Kommt es zu Entzündungen, bilden sich aus den Komedonen rote oder eitrige Knötchen (Pusteln und Papeln), in diesen Fällen spricht man von einer Acne papulo-pustulosa.

Acne conglobata
Die schwerste Form der Akne ist die Acne conglobata, bei der zusätzlich größere Eiterherde, Fistelgänge und Zysten auftreten und die meist nur unter Narbenbildung abheilt. Eine weitere Ausbreitung von Akne wird vor allem durch die Bakterien begünstigt, die auf der entstehenden Wunde eines entzündeten Pickels siedeln. Diese werden leicht auf benachbarte Hautbereiche übertragen und können dort weitere Entzündungen auslösen.

Es gibt aber auch Akne-Formen, die in anderen Lebensaltern auftreten:

  • Acne neonatorum: tritt bei Neugeborenen in der zweiten und dritten Lebenswoche überwiegend an den Wangen auf.
  • Acne infantum: betrifft bei Kleinkindern auf, in erster Linie aber bei Säuglingen im 6. bis 9. Lebensmonat.
  • Acne tarda: Akne im Erwachsenenalter. Während Akne bei Kindern und Jugendlichen häufiger bei Jungen auftritt, ist Acne tarda mehr bei Frauen verbreitet.

Während diese Akne-Formen in erster Linie hormonelle Ursachen haben, gibt es weitere Formen, die auf Reaktionen auf bestimmte Stoffe oder Einflüsse zurückgehen. Dazu gehören:

  • Acne aestivalis: wird auch „Mallorca-Akne“ genannt und tritt bei starker Sonneneinwirkung und zu geringem Hautschutz auf.
  • Acne cosmetica: Akne als Folge von Reaktionen auf Inhaltsstoffe in Kosmetika.
  • Acne venenata: Akne als Folge von Reaktionen auf bestimmte Stoffe, denen man regelmäßig ausgesetzt ist.
  • Acne medicamentosa: Akne als Reaktion auf Inhaltsstoffe von Medikamenten.

Positiv: Aknepickel bilden sich oft von selbst zurück

In der überwiegenden Zahl der Fälle bilden sich aber die Pickel mit Ende der Pubertät zügig zurück. Acne tarda oder Spätakne tritt in geringerem Maße nach dem 25. Lebensjahr auf. Da Frauen auch nach der Pubertät stärkeren Hormonschwankungen unterliegen, leiden sie häufiger an dieser Form der Akne.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Medikamente bei Akne – Systemische Therapie

Während sich leichte und mittlere Akne gut mit äußeren (topischen) Therapien behandeln lässt, kommt bei mittelschwerem und schwerem Verlauf zusätzlich eine systemische Therapie zum Einsatz, also die Einnahme von Medikamenten. Auch hier sind Antibiotika ein möglicher...

Begleiterscheinungen

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Besonderheiten

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Unter Akne leiden beide Geschlechter – gerade Jungen und Mädchen während der Pubertät. Zwischen 70 und 95 Prozent aller Jugendlichen erkranken unterschiedlich stark an der gewöhnlichen Akne (Acne vulgaris). Unterschiede bei Frauen und Männern zeigen sich vor allem bei...

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