Was ist Akne und wie entsteht sie?

von | 14.07.2016

Verschiedene Faktoren führen zu unreiner Haut und Akne:

Auch wenn Akne umgangssprachlich wie eine einzelne Hautkrankheit (unreine Haut) erscheint, handelt es sich um einen Sammelbegriff für ähnliche, aber unterschiedliche Erkrankungen der Haarfollikel und Talgdrüsen, die in der Ober- und Lederhaut liegen.

Diese bilden so genannte Komedonen, besser als Pickel und Mitesser bekannt. Sie entstehen durch den Verschluss von Talgdrüsen, zurückzuführen auf verstärkte Talgproduktion und Verhornung.

Die Faktoren der Entstehung unreiner Haut und Akne

1. Vermehrte Talgproduktion (Seborrhoe)

In der Pubertät verursacht die vermehrte Ausschüttung von männlichen Sexualhormonen (Androgenen) eine Stimulation der Talgdrüsen, die dann verstärkt Talg produzieren.

2. Verhornungsstörung der Talgdrüse (Hyperkeratose)
Ebenfalls unter dem Einfluss männlicher Hormone, die auch Frauen haben, kommt es zu einem schnelleren Wachstum der Hornzellen im Ausführungsgang der Talgdrüse. Es entsteht ein Hornpfropf (Mikrokomedo), der das Abfließen des Talgdrüsensekrets verhindert und schließlich zur Bildung eines offenen oder geschlossenen Mitessers (Komedo) führt.
Lesen Sie mehr dazu auf der Seite die Haut.

3. Vermehrung von Bakterien

Das aufgestaute Talgdrüsensekret ist ein idealer Nährboden für Bakterien, vor allem für das Propionibacterium acnes, das tief im Talgdrüsenkanal vorkommt und sich besonders gut in den Komedonen vermehrt. Um sich von dem Talg ernähren zu können, produziert er ein Enzym (Lipase), das das Talgdrüsensekret abbaut. Dabei entstehen vermehrt freie Fettsäuren, die entzündliche Prozesse in Gang setzen.

4. Entzündungsprozesse

Die Abbauprodukte des Bakterienstoffwechsels führen zu einer Entzündungsreaktion des umliegenden Gewebes und einer sichtbaren Rötung der Haut. Damit entwickelt sich aus dem Komedo eine Papel, Pustel oder sogar ein Knoten, von unreiner Haut bis hin zur schweren Verlaufsform einer Akne.

Das Problem: Die Entzündung der Pickel und Mitesser

Wenn die Mitesser (Komedonen) sich entzünden, bilden sich schmerzhafte Verdickungen wie Papeln oder eitrige Pusteln, die angeschwollen und gerötet sind. Sie können auch jucken und sind meist sehr druckempfindlich. Bei stärkeren Entzündungen sind Symptome wie Lymphknotenschwellung, Kopfschmerzen und Fieber möglich. In besonders schweren Fällen kann durch Akne sogar eine Sepsis, also eine Blutvergiftung, verursacht werden.

Wie kann der Entwicklung von unreiner Haut und Akne vorgebeugt werden?

Eine konsequente und systematische Hautpflege kann bei Akne und unreiner Haut langfristig eine sichtbare Besserung erzielen. Dazu sind qualitativ hochwertige Produkte aus der medizinischen Hautpflege in der Apotheke frei verkäuflich. Was sollen sie leisten?


1.
 Der Bildung von Komedonen vorbeugen
Milchsäure kann die durch Akne verdickte Hornschicht sowie Mitesser (dunkler Deckel auf dem Pickel) auflösen, d. h. sie wirkt keratolytisch und komedolytisch. Damit richtet sie sich gegen den ersten Faktor der unreinen Haut – der Talg (Sebum) fließt besser ab. Gleichzeitig führt die Milchsäure der Haut Feuchtigkeit zu.

2. Die verstärkte Talgproduktion regulieren
L-Carnitin reguliert die Talgproduktion, sie wird deutlich reduziert. L-Carnitin ist eine körpereigene aminosäure-ähnliche Substanz. Lokal auf die Haut aufgetragen, reduziert L-Carnitin die Menge des Hauttalges nach drei Wochen bemerkenswert.

3. Entzündungsverursachende Bakterien reduzieren
Decandiol ist bekannt für seine hervorragenden antimikrobiellen Eigenschaften, speziell gegen das Propionibacterium acnes, das häufig auf Aknehaut zu finden ist. Und immer neue Entzündungen auslöst. Die Vermehrungsrate des Aknebakteriums wird durch Decandiol bereits 24 Stunden nach der ersten Anwendung deutlich reduziert. Gleichzeitig spendet der Wirkstoff Feuchtigkeit.

4. Die unreine Haut beruhigen
Licochalcone A (aus der Süßholzwurzel) wirkt hautberuhigend und ebenfalls antibakteriell. Zusätzlich schützt das natürliche Antioxidans die Hautzellen vor Umweltstress, indem es durch UV-Strahlen bedingte Freie Radikale neutralisiert.

Behandlungsmöglichkeiten

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